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Digitalisierung

Digitalisierung in Wohnungsunternehmen

Seit einiger Zeit ist der Begriff der Digitalisierung zu einem der Top-Schlagworte geworden. Sicher nicht zu unrecht, verstärkt die Digitalisierung doch in zahlreichen Branchen den ohnehin vorhandenen Wettbewerbsdruck. Selbst große und etablierte Unternehmen werden herausgefordert, die nahezu exponentiell wachsenden Potenziale der Digitalisierung für sich zu nutzen. Unternehmen, die diese Potenziale eher als Bedrohung begreifen, werden zukünftig wohl eher einen schweren Stand haben. Dabei stellt sich natürlich auch die Frage nach der Rezeption dieses Themas in der Wohnungswirtschaft.

"Wohnungsfirmen verschlafen Digitalisierung", "Wohnungswirtschaft hinkt der digitalen Transformation hinterher" ... Solche oder ähnliche Schlagzeilen finden sich immer wieder in einschlägigen Medien. Doch sind das die richtigen Antworten auf diese Frage? Oder braucht die Wohnungswirtschaft möglicherweise gar nicht so viel Digitalisierung?

Zunächst einmal, die Wohnungswirtschaft stemmt eine Vielzahl handfester und komplexer Herausforderungen. Unterbringung von Zuwanderern und Geflüchteten, zunehmende Bauvorhaben zur Schaffung neuen Wohnraums bei gleichzeitig steigenden Kosten oder Moderation zunehmender sozialer Spannungen sind dabei nur einige Stichworte. Wie kann dabei Digitalisierung helfen, könnte man fragen?

Wenn Digitalisierung die Bereitstellung noch weiterer TV-Sender für die Mieter, einen schickeren Internetauftritt oder die flächendeckende Anschaffung mobiler Endgeräte für die Mitarbeiter meint, sind die Wohnungsunternehmen sicher zu Recht zurückhaltend. Wenn unter dem Stichwort Digitalisierung lediglich herkömmliche Softwaremodule unter neuem Namen verkauft werden sollen ebenfalls. In der durch viele kleine und mittelständische Unternehmen gekennzeichneten Branche der Wohnungswirtschaft ist Digitalisierung eben oftmals mit nicht unerheblichen Investitionsentscheidungen verbunden, insbesondere dann, wenn man EDV-Anbieter nach Komplettlösungen fragt. Solche Entscheidungen wollen somit genau überlegt und abgewogen sein.

Komfortable Ausgangslage in der Wohnungswirtschaft

Im Vergleich zu vielen anderen Branchen befindet sich die Wohnungswirtschaft derzeit jedoch unter dem Strich in einer einigermaßen komfortablen Situation. So können sich Wohnungsunternehmen auf der Absatzseite, also der Vermietung, an den meisten Standorten aktuell über einen (noch) robusten Anbietermarkt freuen - sind somit aufgrund hoher Nachfrage im Vorteil. Damit haben sie die nicht häufig vorkommende Gelegenheit, sich in Ruhe mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Bei sorgfältiger Betrachtung können sich dabei unter Umständen in einzelnen Bereichen massive Vorteile ergeben, die aus einer verstärkten Digitalisierung resultieren.

Die Bedeutung von Wissen und Veränderung

Die Identifizierung der unternehmensindividuellen Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung und erst Recht deren Realisierung ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung für unsere Kunden und unser Unternehmen, mit welchem Aufwand lassen sich diese realisieren, welche ganz konkreten Maßnahmen sind erforderlich und nicht zuletzt, wie können die Mitarbeiter dafür gewonnen und nachhaltig begeistert werden? Schließlich ist einerseits zur Realisierung der Digitalisierung ein umfangreiches Wissen erforderlich, andererseits gehen mit der Digitalisierung unter Umständen massive Veränderungen sowie die Entwertung etablierten Wissens einher, was von einzelnen Mitarbeitern durchaus auch als Bedrohung wahrgenommen werden kann.

Wissen und Veränderung sind dabei schon besonders wichtige Stichworte. Natürlich bedarf es ausreichenden Wissens, um die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine Art Bestandswissen, welches vor vielen Jahren erworben und weitergepflegt wurde. Vielmehr geht es darum, neues Wissen zu generieren. Damit ist nicht nur die Aufnahme neuen Wissens von anderer Seite gemeint, sondern die Schaffung neuen Wissens, neuer und kreativer Ideen für das eigene Unternehmen. Dies erfordert nicht nur eine Veränderung im Denken, sondern auch im Handeln. Dabei geht es gar nicht um die Frage, ob Veränderung überhaupt erforderlich ist. Die Veränderung findet statt. Die Frage ist vielmehr, ob das Wohnungsunternehmen und damit auch die Mitarbeiter von außen verändert werden, mit allen, möglicherweise auch negativen Folgen, oder ob das Wohnungsunternehmen und damit auch die Mitarbeiter sich selber so verändern, dass sie neues Wissen generieren, zukunftsfähige Möglichkeiten erschließen und diese in ihrem Geschäftsfeld realisieren.

Digitalisierung setzt deshalb zunächst eine Vorstellung oder Vision davon voraus, wie diese denn für das jeweilige Wohnungsunternehmen aussehen und sich rentieren könnte. Bereits bei der Entwicklung dieser Vision ist es wichtig, die Mitarbeiter zu beteiligen. Weiterhin ist die Unterstützung und Verfolgung dieser Vision durch die Geschäftsleitung unabdingbar. In weiteren Schritten können dann einzelne Prozesse kritisch im Hinblick auf diese Vision und Möglichkeiten zur Digitalisierung untersucht werden. Das ist keine leichte Aufgabe und erfordert eine Moderation, die immer wieder das Bestehende konstruktiv kritisch hinterfragt. Prozesse beispielsweise, die schon analog nicht ganz rund laufen, funktionieren digital erst recht nicht. Die Digitalisierung aller liebgewonnenen, aber nicht produktiven Besonderheiten kann ganz schön teuer werden.

Mit Agilität zur Digitalisierung

Das Thema Digitalisierung umfasst damit alle Eigenschaften, die ein Projekt im Sinne von Projektmanagement kennzeichnen. Um möglichst schnell kreative Ansätze zu entwickeln und damit die Begeisterung bei den Beteiligten zu wecken, gleichzeitig aber auch langwierige und gegebenenfalls teure (Fehl-)Entwicklungen zu vermeiden, sollte der Einsatz agiler Methoden des Projektmanagements in Erwägung gezogen werden. Mit dem Begriff der Agilität wird damit nicht nur ein weiteres Schlagwort bedient. Vielmehr erscheint Agilität als eine wichtige und geeignete Methode im Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung.

Auf Wunsch bespreche ich mit Ihnen gerne Möglichkeiten für Ihren weiteren Weg der Entwicklung und Realisierung einer geeigneten Digitalisierungsstrategie.